Wohnheim, WG oder eigene Wohnung: zuerst den Vertrag prüfen

Bei einer eigenen Wohnung ist die Kautionsvereinbarung meist unmittelbar mit dem Vermieter geschlossen. In einer WG können dagegen alle gemeinsam Hauptmieter sein oder einzelne Zimmer untervermietet werden. Das beeinflusst, wer die Sicherheit erhält und wie ein späterer Auszug abgerechnet wird.

Ein Studentenwohnheim kann weitere Besonderheiten haben. § 551 BGB sieht für Studenten- und Jugendwohnheime ausdrücklich keine Pflicht zur Verzinsung der Sicherheitsleistung vor. Diese Ausnahme betrifft nicht pauschal jede privat vermietete Wohnung, nur weil der Mieter studiert. Prüfen Sie das konkrete Wohnangebot statt allein die Bezeichnung des Bewohners.

Beispielbudget für eine erste Wohnung mit 500 Euro Kaltmiete

Reines Planungsbeispiel für gewöhnlichen Wohnraum; Umzug und Einrichtung zusätzlich kalkulieren.
PositionBetrag
Nettokaltmiete500 € monatlich
Nebenkostenvorauszahlung150 € monatlich
Vereinbarte Kaution: drei Nettokaltmieten1.500 €
Eine von drei Kautionsraten500 €
Miete plus Kautionsrate in den ersten drei Monaten1.150 € monatlich

Das Ratenrecht erleichtert die erste Zahlung, beseitigt aber den zusätzlichen Bedarf der folgenden Monate nicht. Planen Sie Semesterbeitrag, Fahrtkosten und Einrichtung unabhängig davon ein.

Wenn Eltern bei der Mietkaution helfen

Eltern können Geld für die Kaution bereitstellen oder unter passenden Voraussetzungen eine Bürgschaft anbieten. Bei einer Geldhilfe sollte intern klar sein, ob es sich um ein Darlehen oder eine Schenkung handelt und an wen die spätere Rückzahlung weitergegeben werden soll.

Eine Elternbürgschaft ist kein bloßer Formalzettel. Umfang, Anlass und zusätzliche Sicherheiten können rechtlich erheblich sein. Eine verlangte Zusatzbürgschaft neben voller Geldkaution ist anders zu beurteilen als bestimmte freiwillige Drittsicherheiten. Lassen Sie die Erklärung prüfen, bevor eine vermeintlich harmlose Unterschrift weitreichende Haftung auslöst.

Was eine Kautionsversicherung für Studenten tatsächlich kostet

Für 1.500 Euro Kaution ergeben sich im geprüften privaten Vergleich bei Jahreszahlung 63 Euro für DepositDirect, 64,50 Euro für Helvetia und heysafe sowie 70,50 Euro für kautionsfrei.de und kautel. Das sind allgemeine Vergleichsbeiträge, keine zugesagten Studententarife. Die Annahme hängt vom Produkt und vom Antrag ab.

Bei einem Beitrag von 64,50 Euro kosten drei volle Studienjahre rechnerisch 193,50 Euro, sofern die Konditionen unverändert bleiben. Dieses Geld wird nicht auf die Kaution angespart. Wenn nach dem Studium noch eine berechtigte Vermieterforderung besteht, kann zusätzlich eine Erstattung an den Bürgen erforderlich werden.

WG und geringe Einkünfte können die Auswahl einschränken

Eine digitale Antragstellung ersetzt die Bonitäts- und Annahmeprüfung nicht. Minderjährige, unzutreffende Mietvertragsparteien oder eine ausgeschlossene Wohnform lassen sich nicht durch den bloßen Status „Student“ übergehen. Das geprüfte heysafe-Produkt schließt WG und Untermiete ausdrücklich aus.

Fragen Sie vor dem Abschluss, ob das Angebot die konkrete Wohnsituation erfasst. Ist keine passende Bürgschaft erhältlich, bleiben Geldkaution, Ratenzahlung und eine abgestimmte private Unterstützung zu prüfen. Eine Liste allgemeiner Anbieter ist keine Garantie, dass jeder davon ein bestimmtes WG-Zimmer absichert.

Beim Semester- oder WG-Wechsel den Kautionsanteil sichern

Heben Sie schon beim Einzug Mietvertrag, Einzahlungsnachweis und Zustandsprotokoll auf. Bei einer WG gehört eine interne Regelung zum Kautionsanteil dazu. Wer später das Zimmer wechselt, scheidet nicht allein durch den tatsächlichen Auszug aus einem gemeinsam unterschriebenen Mietvertrag aus.

Vor dem nächsten Umzug sollten alte und neue Kaution zeitlich eingeplant werden. Das Guthaben aus der ersten Wohnung steht nicht garantiert am Tag des zweiten Einzugs zur Verfügung. Der Ratgeber zur doppelten Mietkaution zeigt Möglichkeiten, die Zwischenzeit übersichtlich zu kalkulieren.

Inhaltlich geprüft am 01.10.2026. Konkrete Vertragsbedingungen und der jeweilige Einzelfall bleiben maßgeblich.